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Carlos Mayer aus Giengen in Nashville, Tenness ee, USA In der „Music City“ als Betreiber von Solarparks erfolgreich

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Mein Weg über die Brücke in die weite Welt führte erst mit dem dritten Anlauf endgültig in die USA, und zwar in einen Kleinstadtvorort der „Music City“ Nashville, Hauptstadt des Bundesstaates Tennessee, und dies, obwohl ich musikalisch und künstlerisch eher nicht begabt bin.

Geboren und aufgewachsen in Giengen habe ich nach meinem Abitur von 1983 bis 1988 Betriebswirtschaftslehre in Saarbrücken studiert. Mein erster Arbeitgeber nach dem Studium hatte es mir, meiner Ehefrau und unserer einhalbjährigen Tochter Anfang der 1990er-Jahre ermöglicht, für eineinhalb Jahre an einem firmeninternen Traineeprogramm in Kansas City, Missouri, teilzunehmen. Dort wurde auch unsere zweite Tochter geboren, die von Geburt an beide Staatsbürgerschaften erhielt, während wir, der Rest der Familie, bis heute Deutsche geblieben sind. Nach Ablauf des achtzehnmonatigen Arbeitsvisums kehrten wir Anfang 1993 planmäßig wieder nach Deutschland zurück. In den darauffolgenden sieben Jahren gab es berufsbedingt erst einmal keine weiteren Pläne für eine Rückkehr in die USA.

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Im Jahr 2000 bot sich dann unvermittelt die zweite Möglichkeit. Seit unserer Rückkehr hatte sich unsere Familie um eine dritte Tochter vergrößert und ich den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Als Projektleiter eines deutschen Projektentwicklers hatte ich über ein Jahr Windkraftprojekte in Virginia geplant und entwickelt – und der Umzug in die USA stand unmittelbar bevor. Um die unbeschränkte Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung, besser bekannt als „Green Card“, zu erhalten, hatten wir ab 2000 jährlich an der „Green-Card-Lotterie“ teilgenommen. Aufgrund unterschiedlicher Strategieauffassungen wurde aus meinem zweiten Anlauf in die USA jedoch nichts und ich hatte die USA, zumindest beruflich, bald danach wieder aus den Augen verloren.
  

Anfang 2009 erhielt meine Frau völlig unerwartet und überraschend die Mitteilung einer amerikanischen Behörde, dass wir in der jährlichen Green-Card-Lotterie nun doch gezogen wurden, was uns nach einem noch durchzuführenden umfangreichen Prüfungsverfahren die Möglichkeit zur Einwanderung in die USA ermöglichen würde. Mittlerweile Ende 40, hatte ich beruflich eigentlich gar keine Ambitionen mehr, neu anzufangen und wollte diese Chance eher vergehen lassen. Aber unsere älteste Tochter, die im selben Jahr ihr Abitur machte, bestand wie selbstverständlich darauf, in den USA studieren zu wollen. Dem Wunsch hat sich dann sofort auch unsere in den USA geborene Tochter angeschlossen, und so stieg der Druck stetig, unseren Töchtern ihren Lebenstraum zu ermöglichen und eine berufliche Existenz in den USA zu gründen. Nach ein paar Orientierungstrips in die USA, habe ich dann im August 2010 tatsächlich meine eigene Solarfirma in Tennessee gegründet und plane, finanziere, errichte und betreibe seither Solarparks (www.vis-solis.us).

Ja, so war das damals. Der Rest ist Geschichte. Im dritten Anlauf hat es dann wohl endgültig funktioniert. Alle drei Töchter haben in den USA studiert und arbeiten seit einigen Jahren erfolgreich in New York City. Warum aus ihnen Großstadtmädels geworden sind, erschließt sich mir nicht. Aber wie schon Frank Sinatra gesungen hat: „If I can make it there, I`ll can make it anywhere“, sind sie alle auf ihre Art erfolgreich geworden.

Hier in Tennessee ist es hügelig, kleinstädtisch und beschaulich wie in Giengen auf der Schwäbischen Alb. Unsere Älteste hat im letzten Jahr geheiratet und meine Frau und ich werden bald, mit 60 Jahren, Großeltern einer Enkelin. Zum wiederholten Male werde ich dann von meinen „Mädels“ inklusive meiner Ehefrau getrieben, ihnen zu folgen, und muss wohl bald dem Druck nachgeben und von Tennessee in den Staat New York umziehen. Nach New York City kriegen die mich aber nicht!

Meine Frau und ich haben den Schritt über den großen Teich, als damals fast 50-Jährige noch einmal komplett neu anzufangen, nie bereut. Aber auch keine Brücken abgebrochen. Es gab keinerlei privaten oder beruflichen Zwänge oder Notwendigkeiten, aus Deutschland auszuwandern – außer der Neugier unserer Abkömmlinge und dem alten Traum von Freiheit und Abenteuer im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und Kuriositäten.
  

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