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Freie Plätze für dieses Jahr gibt’s immer noch - trotz Corona Last-Minute-Ausbildung 2021

FOTO: SEWCREAM - STOCK.ADOBE.COM
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Noch immer gibt es zahlreiche offene Ausbildungsstellen für den Ausbildungsbeginn im September. Darin sind sich Agentur für Arbeit, IHK Ostwürttemberg und die Handwerkskammer Ulm einig. So stehen die Chancen für einen gelungenen Einstieg ins Berufsleben auch nach über einem Jahr Corona trotz erschwerter Bedingungen gut.

Die Schere zwischen Ausbildungsplatzsuchenden und Ausbildungsstellenangeboten für eine Ausbildung hat sich laut der Agentur für Arbeit Aalen vor fast zehn Jahren gedreht und sich stetig weiter auseinander entwickelt. „Damals hatten wir einen drastischen Mangel an Ausbildungsplätzen zu verzeichnen. Im Gegensatz dazu fehlen uns nun die Bewerber. Rein rechnerisch haben wir derzeit in Ostwürttemberg 60 Prozent mehr Ausbildungsstellen als Bewerber um diese Ausbildungsplätze“, sagt Elmar Zillert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Aalen.

Ausbildungsstart auch jetzt noch möglich

So gebe es auch in diesem Jahr noch zahlreiche offene Stellen für den bevorstehenden Ausbildungsbeginn im September. Die Jugendlichen, die sich für eine Ausbildungsstelle interessieren, haben also auch in diesem Jahr – trotz Corona – sehr gute Chancen, eine Ausbildungsstelle zu ergattern, wenn sie sich nicht auf ein Berufsbild oder einen bestimmten Betrieb fixieren. „Was wir allerdings für dieses Pandemie-Jahr konstatieren müssen ist, dass die Ausbildungsstellen aktuell um 20,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen sind, während ihre Anzahl in den Vorjahren immer angestiegen ist“, so Zillert. Diese Entwicklung könne man von zwei Seiten betrachten.

Zum einen ist das Glas halb voll, denn trotz dieses Rückgangs an Ausbildungsstellen gebe es in der Region immer noch weit mehr Ausbildungsstellen als Bewerber, was den Ausbildungsplatzsuchenden eine vergleichsweise komfortable Situation beschert. „Leider ist das Glas aber auch halb leer. Denn unter dem Aspekt der demografischen Entwicklung können wir uns nicht erlauben auch nur einen Jugendlichen auf der Strecke zu lassen. Wir müssen die Fachkräfte, die wir morgen dringend benötigen, schon heute ausbilden, um mit dem Wandel der Arbeitswelt mitzuhalten“, betont Zillert.

Der Jahrgang hat‘s besonders schwer

Aktuell sind nach den Zahlen der Arbeitsagentur noch 645 junge Menschen auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle, 2,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. „Man muss dazu sagen, dass es der aktuelle Jahrgang besonders schwer mit der Ausbildungsplatzsuche hatte“, sagt Zillert. „Praktika waren und sind nur vereinzelt möglich. Die Kontaktaufnahme mit Firmen, Vorstellungsgespräche, Tage der offenen Türen, Ausbildungsmessen und Informationsveranstaltungen in Präsenzform und vielem mehr konnten nur in digitaler Form durchgeführt werden.“

Zum diesjährigen Ausbildungsstart im September suchen in Ostwürttemberg über die Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammer aktuell noch 65 Unternehmen insgesamt 209 Auszubildende in 123 verschiedenen Ausbildungsberufen. Bereits in der Börse gibt es also ein breites Angebot in den unterschiedlichsten Ausbildungsberufen, wie André Louis von der IHK Ostwürttemberg mitteilt. „Auch neben der Börse suchen die Ausbildungsbetriebe der Region grundsätzlich noch händeringend Auszubildende für 2021.“

Es gibt zu wenig Bewerbungen

Das bestätigt auch eine jüngst durchgeführte IHK-Ausbildungsumfrage, an der rund 200 Betriebe teilgenommen haben. Demnach planen 77 Prozent der Ausbildungsbetriebe auch dieses Jahr auszubilden und nur 23 Prozent sehen von einem Ausbildungsangebot ab. Von denen, die nicht ausbilden, sind es demnach 31 Prozent, die corona-bedingt dieses Jahr nicht ausbilden wollen oder können. Loius: „Die Betriebe, die ausbilden wollen, beklagen jedoch, dass sie zu wenig Bewerbungen erhalten. Wer also noch in diesem Jahr einen Ausbildungsplatz sucht, der findet auf der IHK-Lehrstellenbörse sicher einen interessanten Ausbildungsplatz.“ Für die Beratung von Interessierten stünden auch die Ausbildungsberater der IHK Ostwürttemberg für ein persönliches Gespräch zu den unterschiedlichen Berufen zur Verfügung.

Stand Ende April 2021 gab es noch fast 500 freie Lehrstellen im Gebiet der Handwerkskammer Ulm, von der Ostalb bis zum Bodensee. „Die HWK wirbt derzeit bei den regionalen Handwerksbetrieben verstärkt dafür, trotz angespannter Wirtschaftslage weiter und noch mehr auszubilden und jungen Menschen so eine Perspektive zu bieten“, sagt Pressesprecher Giuseppe Palmieri. Der Fachkräftebedarf erfordere eine gesteigerte Nachwuchsarbeit, denn viele Betriebe seien auf der Suche nach gut ausgebildeten Fachkräften. „Jugendliche, die an einer handwerklichen Ausbildung interessiert sind, können sich jederzeit bewerben. Es ist noch nicht zu spät.“ Die Ausbildungsberater der Handwerkskammer Ulm sind Ansprechpartner
bei Fragen und vermitteln Ausbildungsstellen oder Praktika auch direkt. „Unsere Botschaft an die Jugendlichen lautet: Praktika machen,
Berufe ausprobieren, bewerben!“

Handwerk beklagt fehlenden Kontakt zu Jugendlichen

Die HWK betont, dass die Zahl der Bewerber um eine Ausbildungsstelle im Handwerk laut Agentur für Arbeit Ulm deutlich rückläufig im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist, während die Zahl der Schulabgänger stabil geblieben ist. „Das ist der generelle Trend, den wir derzeit beobachten“, so Palmieri. „Die Schlussfolgerung, die wir daraus ziehen ist, dass weniger Jugendliche sich derzeit für ihre Zeit nach der Schule und ihre Berufsorientierung interessieren und bemühen.“ Angesichts geschlossener Schulen und fehlender Ausbildungsmessen falle dem Handwerk seit vielen Monaten der Kontakt zu den Jugendlichen schwer.

„Wir erreichen die Jugendlichen in ihren Zimmern zuhause nicht. Das Ausbildungsjahr 2021 ist also Stand heute schwieriger als das letzte Krisenjahr. Doch mit zunehmender Entspannung der Corona-Situation, die nun immer mehr zu erwarten ist, sollte sich die Situation langsam, aber sicher verbessern“, sagt Palmieri. Der Nachwuchs- und Fachkräftebedarf werde sich wieder verstärkt in konkreten Handlungen niederschlagen, die Ausbildungsbemühungen der Betriebe und das Berufsfindungsengagement der Jugendlichen werden sich wieder intensivieren. Philipp Hruschka
   

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