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Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aalen, Elmar Zillert, zieht eine Bilanz zum Abschluss des Berufsberatungsjahres 2019/2020 und blickt voraus auf das weitere Jahr 2021. „Es darf nicht an Informationen mangeln“

Fotos: © Agentur für Arbeit Aalen
Fotos: © Agentur für Arbeit Aalen

Bereits im Oktober vergangenen Jahres konnte Elmar Zillert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aalen, eine verhalten positive Bilanz ziehen: „Der Ausbildungsmarkt in Ostwürttemberg ist von den Auswirkungen der Pandemie nicht so stark betroffen, wie es in den letzten Monaten den Anschein hatte. Der Start des Beratungsjahres im September 2019 und die Entwicklungen bis zum Beginn des Lockdown konnten Vieles kompensieren“, so Zillert damals, der jedoch auch warnte: „Ich bin überzeugt, dass wir die wahren Auswirkungen der letzten Monate und die noch kommenden Einschränkungen erst im kommenden Jahr spüren werden. Denn zu Beginn von Covid 19 waren viele Ausbildungsverträge schon geschlossen und wir konnten einen Großteil der Jugendlichen beraten und in Ausbildung vermitteln.“

Einhergehend mit dem Lockdown hatte man leichte Rückgänge bei den Ausbildungsstellen verzeichnet, und auch die Kommunikation mit den Bewerbern gestaltete sich in den ersten Monaten der Corona-Pandemie äußerst schwierig und war auf ein Minimum reduziert worden. „Für die Auszubildenden, die im September 2021 beginnen wollen, galt es alle Kräfte zu mobilisieren und alternative Angebote zu schaffen“, so Zillert.

Noch kein klarer Trend

Nun hat das Jahr 2021 längst begonnen, und die ersten Erkenntnisse zeigen bereits, dass die Pandemie durchaus Folgen hat: Nach den ersten Zahlen zum neuen Berichtsjahr von Ende Januar gebe es momentan in Ostwürttemberg 2901 gemeldete Ausbildungsstellen und 1555 Bewerber. Die Ausbildungsstellen bewegen sich laut der Agentur mit -22,2% unter dem Wert des Vorjahres. Die Bewerberinnen seien um 6,7% zurückgegangen. „Da es sich um eine erste Auswertung handelt, kann man noch keinen klaren Trend ausmachen, aber vor allem der Rückgang an Ausbildungsstellen ist schon sehr deutlich eine Folge der andauernden Pandemie“, so Zillert.
        

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„Für 2021 rechnen wir aufgrund der anhaltenden Pandemiesituation mit einem weiteren Rückgang an Ausbildungsstellen. Da das Angebot aber in 2020 trotz Corona-Lockdown weiterhin auf einem hohen Niveau geblieben ist und die Firmen auch weiterhin große Ausbildungsbereitschaft signalisieren, rechnen wir nicht damit, dass wir Versorgungsengpässe für die Jugendlichen bekommen, die gerne eine Ausbildung machen möchten. Derzeit würde ich prognostizieren, dass wir den Rückgang in der Region gut kompensieren können.“

Das große Thema sei eher der Informationsfluss und die Kommunikation: „Wie bringen wir Jugendliche und Betriebe unter den derzeitigen Kontaktbeschränkungen zusammen? In welchem Rahmen können Praktika angeboten werden? Welche alternativen Beratungswege gibt es? Das sind die Fragen, die wir uns gestellt haben“, so Zillert.

Viele Möglichkeiten an die Hand geben

Eine gute und ausführliche Berufsorientierung sei ein wichtiger Baustein für alle, die ihren ersten Schritt ins Berufsleben vor sich haben, so Zillert weiter. Man wolle unbedingt verhindern, dass viele Jugendliche ihre Entscheidungen bereuen und ihre Ausbildung abbrechen, weil Informationen zum Beruf gefehlt haben, oder falsche Vorstellungen entstanden sind, weil ein Praktikum nicht möglich war.

Neue digitale Wege

„Deshalb versuchen wir, durch neue und vor allem digitale Wege den Jugendlichen möglichst viele Informationen und Möglichkeiten an die Hand zu geben. Zum Beispiel mit unserer digitalen Ausbildungsmesse, die am 26.02. von 9 bis 18 Uhr auf www.startit-messen.de stattfindet. Hier können die Jugendlichen über Chats und Kommunikationsportale direkt mit den Personalverantwortlichen Kontakt aufnehmen. Live und in Farbe. Auch unseren Berufsberatern können Löcher in den Bauch gefragt werden. Mit einem Gewinnspiel (Netflix, Spotify und Einkaufsgutschein) versuchen wir zusätzliche Anreize für die Jugendlichen zu schaffen, sich auf den Seiten umzuschauen und vielleicht die eine oder andere Alternative zum Wunschberuf zu entdecken“, so Zillert.

Außerdem biete man den Jugendlichen ganz allgemein auch Videoberatung an, zudem Youtube-Videos und Podcasts. „Wir sind auf Facebook, Instagram und Twitter zu finden. Insgesamt haben wir ein riesiges Portfolio an Informationsmöglichkeiten im Netz, das auf alle Bedürfnisse zugeschnitten ist.“

Wichtig ist laut Zillert zum Einen, dass die Betriebe das Thema Ausbildung trotz Corona nicht aus den Augen verlieren, denn der Strukturwandel sei schon vor der Pandemie spürbar gewesen. Auch die demografische Entwicklung werde deutlich ihre Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen: „Wir brauchen diese künftigen Fachkräfte daher äußerst dringend.“

Zum anderen sei es aber auch wichtig, dass die Jugendlichen nicht von der Bildfläche verschwinden, sondern die Angebote und Möglichkeiten nutzen und ausschöpfen. Denn eine Rückkehr zur Normalität mit großen Messen, persönlichen Vorstellungsgesprächen und zahlreichen Praktika sei nicht in Sichtweite. Von Philipp Hruschka  

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