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Andrea und Klaus Spahlinger aus Schnaitheim in Kochchikade, Sri Lanka Am liebsten bis zum Lebensende...

Am liebsten bis zum Lebensende... Image 1
Ten years after... Am 3. November 2009 kamen wir hier in Sri Lanka an. Unsere Auswanderung jährte sich also jüngst zum zehnten Mal. Was ist in diesen Jahren so alles passiert? Wie ist es uns ergangen in den vergangenen Jahren? Darüber möchte ich heute bei „Brücken in alle Welt“ einen kleinen Einblick geben, damit all unsere Freunde, Bekannten und Verwandten sehen, wie gut es uns hier geht.

Mein Mann Klaus und ich wohnen immer noch im eigenen Häuschen in Kochchikade, Negombo. In unserem Garten wachsen Bananen, Mangos, Zitronen, Guave und eine einheimische Frucht, deren Namen „Amberella“ ist. Ich kenne keinen englischen oder deutschen Namen dafür. Es ist eine kleine grüne Frucht, vom Aussehen ähnlich wie ein Ei. Schmeckt, wenn man sie roh isst, auch nussig. Sie hat einen mittelgroßen Kern mit langen Stacheln. Die Frucht wird bei den Einheimischen überwiegend gekocht und dient als Beilage zum Reis und Curry. Wir dagegen essen sie sehr gerne vom Baum. Die leckerste Frucht in unserem Garten ist die rote Drachenfrucht. Eine echte Delikatesse!

Seit vier Jahren haben wir Hunde. Erst waren es zwei: Digger und Sugar, ein Jahr später kam Lucky dazu. Alle drei haben wir auf der Straße gefunden und vor dem sicheren Hungertod gerettet. Digger und Sugar waren etwa acht Wochen alt. Voller Zecken und Flöhe und nur noch Haut und Knochen. Lucky war schon etwa fünf Monate alt, als wir sie vom Strand mit heimnahmen und aufpäppelten. Alle drei sind heute wohlgenährte, gesunde und glückliche Familienmitglieder! Im Jahr 2014, also bevor die Hunde zu uns kamen, hatten wir ein Fleckenmusangbaby, welches wir aufgezogen haben. Freitag, so sein Name, weil er an einem Freitag zu uns kam, wurde ohne Mutter auf der Straße gefunden, wo zwei Hunde ihn angegriffen hatten. Ein beherzter Einheimischer rettete das Baby vor den Hunden und brachte es zu uns. Als Freitag etwas über ein Jahr alt war, fand er eine Frau und machte sich davon. Er hatte sich aber vorher tatsächlich von uns verabschiedet: er schmuste noch mit uns, streifte noch einmal durch den Garten und dann war er weg. Das war sehr traurig für uns, aber wir wollten auch, dass er seine Freiheit bekommt.
  
Viele liebe Grüße an alle Verwandten, Freunde und Bekannten im, jetzt im Moment, kalten und nassen Deutschland
Viele liebe Grüße an alle Verwandten, Freunde und Bekannten im, jetzt im Moment, kalten und nassen Deutschland
Mit unseren überwiegend muslimischen Nachbarn verstehen wir uns nach wie vor sehr gut. Wir sind hier, trotz der Hunde (die Muslime hassen Hunde), sehr gut integriert. Die Nachbarn versorgen uns immer wieder mit leckerem Essen. Vor allem an ihren Festen vor und nach Ramadan. Auch bei Hochzeiten oder Kindergeburten werden wir nicht vergessen. Die Nachbarn laden uns zwar nicht dazu ein, weil sie richtigerweise davon ausgehen, dass wir uns auf deren Festen nicht wohlfühlen würden, aber sie bringen immer leckeres Essen vorbei.

2012 habe ich den Tuc Tuc-Führerschein gemacht und mir ein eigenes Tuc Tuc gekauft. Das sind die kleinen dreirädrigen Vehikel, die man aus Indien kennt. Die Fahrten haben immer großen Spaß gemacht bis...ja, bis mich ein Einheimischer mit seinem Moped gerammt hat. Der Unfall war eindeutig die Schuld des jungen Mannes, aber natürlich hatten alle Leute, die auf der Straße waren, gesehen, dass ich schuldig war. Der Unfall hat mich etwa 300 Euro gekostet und die Freude am Fahren. Nachdem ich Wochen später noch einmal für einen nicht verschuldeten Unfall zahlen musste, ist mir die Lust vollends vergangen und so habe ich mein Tuc Tuc nach drei Jahren wieder verkauft.

Mein Mann Klaus werkelt den ganzen Tag im Garten: Rasen gießen und mähen, Obstbäume schneiden, Obst ernten usw. Am und im Haus fallen ebenfalls ständig Reparaturarbeiten an, die er erledigen muss. Weil wir nur etwa 100 Meter vom Meer entfernt wohnen, rostet hier alles in kurzer Zeit zusammen, so dass ständig irgendetwas ausgetauscht werden muss. Es wird ihm also nie langweilig!

Auch ich habe mich hier noch nie gelangweilt. Die Leute denken immer, wenn man nicht arbeiten geht, muss man sich doch zu Tode langweilen. Nein! Es geht durchaus auch sehr gut ohne Arbeit! Vor allem wenn man ein großes Haus und Garten sowie drei Hunde hat, mit denen man mindestens zweimal am Tag am Strand spazieren geht.

Außerdem lese ich viel, kümmere mich um die Hausarbeit und den ganzen Schriftkram, der hier nicht weniger ist als in Deutschland. Es ist manchmal wirklich zermürbend, wenn wir hier z.B. auf die Bank müssen oder, alle zwei Jahre, die Visa verlängern. Die Amtsgänge dauern in Sri Lanka furchtbar lang. Geld abzuheben dauert mindestens eine halbe Stunde. Für die Verlängerung der Visa geht ein ganzer Tag verloren. Die Menschen hier arbeiten sehr, sehr langsam. Dann kommt oft deren Kaffee- oder Mittagspause dazwischen. In diesem Fall stehen die Beamten einfach auf und gehen eine halbe oder ganze Stunde in die Pause und lassen die Kunden warten.

Auch mit der Pünktlichkeit haben die Sri Lanker große Probleme. Sie machen einen Termin aus, der dann aber garantiert nicht eingehalten wird. Ein Sri Lanker kommt immer mindestens zwei Stunden später, als ausgemacht wurde. Damit haben wir Deutsche eigentlich die größten Probleme. Man muss hier lernen, geduldig zu sein und zu warten.

Aber das Leben hier macht trotzdem großen Spaß. Wir leben immer noch gern hier und möchten auf keinen Fall zurück nach Deutschland. Das tolle Wetter, die Sonne, das Meer und das gute Essen entschädigt für vieles und wenn uns die Sri Lanker lassen, werden wir hier bis zu unserem Lebensende bleiben.
  
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