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CARMEN LEUKER UND DENNIS GNÄDIG AUS HEIDENHEIM AUF WELTREISE, AKTUELL IN AUSTRALIEN

Im Sabbatical einfach mal die Freiheit genießen

FOTO: TRYFONOV - STOCK.ADOBE.COM

Weihnachten am Strand – das haben wir in der Sonderbeilage der HZ öfter gelesen und uns nie so ganz vorstellen können. Jetzt sind wir da, in Australien und essen Stollen am Strand – und es fühlt sich immer noch etwas verrückt an. Draußen im T-Shirt, in der kühlen Shoppingmall läuft schon Weihnachtsmusik. Aber jetzt mal von vorne.Im September startete unser gemeinsames Sabbatjahr. Auf direktem Wege ging es von Frankfurt nach Sydney, um möglichen Coronafallen auszuweichen, die zu Beginn der Planung noch aktiv waren.Dort angekommen, hieß es zunächst ein Auto zu finden und möglichst schnell in den warmen Norden zu fahren, bevor dort die Regenzeit beginnt. Schnell stellte sich heraus, dass die Entfernungen größer sind als gedacht und die Zeit wie im Fluge verstreicht. Vom Regenwald bis ins Outback, den Wetlands bis hin zu Sanddünen, hat uns seither eine schier unfassbare Vielfalt an Natur begeistert. Unzählige Kängurus, Koalas, Emus und viele weitere, faszinierende Tiere später, sind wir in Melbourne angekommen.  

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Bis dahin wünschen wir euch nur das Beste Carmen und Dennis
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Nach wechselhaften Wochen mit viel Wind, Regen und für den Sommer viel zu kalten Temperaturen, geht es für drei Monate nach Neuseeland. Für die Feiertage hoffen wir auf gutes Wetter, einen schönen Nationalpark, der mit anspruchsvollen Wanderungen und faszinierender Natur auf uns wartet. Und dass wir die gemeinsame Zeit in einem neuen Campervan verbringen können. Natürlich schwelgen wir in Gedanken in der Heimat bei der Familie und Freunden, träumen von Geschenken unterm Tannenbaum, Schnee und „Gutsle“ vor dem Holzofen.

Wir genießen die Freiheit und freuen uns über die noch bevorstehenden Erfahrungen. Nach Neuseeland geht es dann auf eine Vulkaninsel, von der man behauptet, es gäbe dort kein Bier. Wir werden sehen, ob das der Wahrheit entspricht.

Wir freuen uns jedoch auch schon darauf unsere Familie, Freunde und KollegInnen (beim Sommerfest) wiederzusehen.
  

Alltagsaufheller“ AlltagsAalus fheller“ seit 30 Jahren vor Ort

ULRIKE HEYDER AUS KÖNIGSBRONN IN BENIN

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Trotz aller widrigen Umstände wurde Gott damals Mensch – in Krippe und Stall-, um uns in Jesus Christus seine einzigartige Menschenfreundlichkeit zu erweisen.
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In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein bedeutungsvolles Weihnachtfest. Ulrike Heyder. 

Seit 30 Jahren arbeite ich im westafrikanischen Benin. Die Landbevölkerung lebt vom Ackerbau und dem Verkauf ihrer Ernte auf Dorfmärkten. Zusätzlich werden Waren aller Art im Kleinhandel am Straßenrand oder vor der eigenen „Haustüre“ angeboten. Viele Familien halten sich gerade so über Wasser, aber es bleibt kaum Geld für größere Anschaffungen oder gar eine umfangreichere Behandlung im Krankheitsfall. Der Alltag ist hart.

Doch trotz großer Herausforderungen und Einschränkungen sind die Menschen zuversichtlich. In der Kunst, in Schwierigkeiten und finanziellen Engpässen den Mut nicht zu verlieren, da sind viele meiner beninischen Freunde und Glaubensgeschwister echte Meister: Meine langjährige Bekannte A. verlor im Februar in Folge einer Routineoperation ihren Ehemann. Sie muss nun ohne feste Arbeitsstelle mit Feldarbeit und kleinen Jobs ihre große Familie alleine versorgen. Dazu gehören zwei unverheiratete Töchter mit ihren Kleinkindern, ein Sohn, der die Abiturprüfung nicht bestanden hat, eine schulpflichtige Tochter, ein Enkel ihres Ehemannes aus erster Ehe sowie zwei Nichten – eine mit Kleinkind -, deren Mutter verstorben ist. Meine Bekannte strahlt trotz allem eine Lebensfreude aus, über die ich nur staunen kann. Mir stellt sich die Frage: Woraus bezieht sie ihre Kraft? Ich beobachte, wie sie sich sonntags ganz in den zwei- bis dreistündigen Gottesdienst einlässt, zu dem außer der Predigt viel Singen mit Bewegung gehören. Außerdem haben die Gottesdienstteilnehmer die Gelegenheit, kurz zu berichten, was sie in der Woche mit Gott erlebt haben.

Während ich zwischendurch auf die Uhr schaue und mir den Schweiß von der Stirn reibe, vergisst meine Freundin die Zeit und wahrscheinlich auch die Schwierigkeiten, die sie in der Woche zu bewältigen hatte. Und, so kommt es mir jedenfalls vor, findet sie im ansteckenden Vertrauen auf Jesus Christus innere Ruhe und Kraft für die neue Woche mit neuen Nöten.

Gemessen an A., sind meine Herausforderungen klein: Tage mit stundenlangem Strom- und Wasserausfall, Unterwegssein auf schlechten Straßen und in chaotischen Straßenverhältnissen, bescheidene Einkaufsmöglichkeiten in staubigen „Tante-Emma-Läden“ gehören zu meinem Alltag. Trotzdem möchte ich mich durch die äußeren Umstände nicht zermürben lassen, sondern das anpacken, was möglich ist.

Ein definitiver „Alltagsaufheller“ sind die Treffen mit einigen jungen Frauen aus der Volksgruppe der Sola. Es macht mir Freude, ein gemischtes Programm (biblisches Thema mit interaktiver Vertiefung, Teamspiele, Snack, Lieder) vorzubereiten und Zeit mit ihnen zu verbringen. Es tut ihnen gut, Aufmerksamkeit und Wohlwollen zu erfahren.

Langsam beginnen die sonst durch die Kultur bedingt eher verschlossenen jungen Frauen sich zu öffnen. Wie meine Freundin geben sie sich hinein in das Angebot, in der Gemeinschaft für eine Weile miteinander aufzublühen. Dafür fahre ich gern in ihr Dorf und vergesse fast die vielen Schlaglöcher auf der Staubpiste!

Trotz aller widrigen Umstände wurde Gott damals Mensch – in Krippe und Stall -, um uns in Jesus Christus seine einzigartige Menschenfreundlichkeit zu erweisen. Weihnachten bedeutet: Der Retter ist da. Lassen wir uns auf die Zusagen in seinem Wort ein?!
   

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